Im Mai veranstaltet das GMZ zwei Workshops, zu denen wir Sie sehr herzlich einladen möchten:
Partizipative Forschung // Fr, 5.5.2023, 9-17 Uhr
Workshopleiterin: Mag. Dr. Susanne Sackl-Sharif
Partizipative Forschungsansätze versuchen die Wissensproduktion der akademischen Welt mit der Perspektivenvielfalt der beforschten Felder, Gruppen oder Institutionen zu verbinden. Menschen aus nicht-akademischen Bereichen werden als Co-Forschende aktiv in die Wissensproduktion integriert, um soziale Probleme zielgruppenorientiert zu lösen oder die sozialen Wirklichkeiten der Co-Forschenden besser zu verstehen. Die Co-Forschenden erhalten je nach Ansatz Entscheidungsmacht in Hinblick auf die Auswahl von Themen, Entwicklung von Erhebungs- und Analyseinstrumenten, Datenerhebung oder der Darstellung der Ergebnisse. Dies verändert die Beziehung zwischen Forschenden und Beforschten, was neue Fragen in Hinblick auf Forschungsethik und Gütekriterien aufwirft.
Im Rahmen dieses einführenden Workshops werden zunächst wichtige partizipative Forschungsansätze vorgestellt (z.B. Participatory Action Research, Photovoice, Community Mapping) und es wird darüber diskutiert, wie sich diese von klassischen Ansätzen der qualitativen Forschung unterscheiden. Daran anschließend stehen Fragen der Positionalität der Forschenden und Co-Forschenden im Zentrum. In diesem Zusammenhang werden Instrumente zur (Selbst-)Reflexion präsentiert, die es ermöglichen, darüber zu reflektieren, wie ich als Forscher:in von meinem Forschungsfeld wahrgenommen werde, welche Rolle ich einnehme und wie sich meine Beziehung zu den Co-Forschenden gestaltet. Abschließend werden Gütekriterien und forschungsethische Fragestellungen diskutiert, die für partizipative Forschungsansätze von Bedeutung sind.
Design Based Research // Fr, 12.5.2023, 9-16 Uhr & Sa, 13.5., 9-12 Uhr
Workshopleiterin: Prof. Dr. Carmela Aprea
Als Gestaltungsforschung (Design Research) wird in der empirischen Bildungsforschung ein Forschungsansatz diskutiert, der durch den Anspruch gekennzeichnet ist, die Entwicklung innovativer Lösungen für praktische Bildungsprobleme mit der Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu verbinden. Dieser Workshop soll eine Orientierung in Bezug auf Einsatzmöglichkeiten sowie Methodologie und Methoden der Gestaltungsforschung in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik bieten. Unter anderem werden die folgenden Fragen thematisiert:
- Welches ist die zugrundeliegende Argumentationslogik der Gestaltungsforschung?
- Für welche Forschungsfragen bietet sich Gestaltungsforschung an?
- Wie kann man entsprechende Forschungsprojekte anlegen?
- Wie sind bearbeitbare Projektziele zu entwerfen und wie werden dazu passende Verfahren der Datenerhebung und Datenauswertung entwickelt?
- Welche Gütekriterien gelten für die Gestaltungsforschung?
- Wo liegen die Grenzen dieses Forschungsansatzes?
Dazu werden zum einen Beispiele für Gestaltungsforschung aus der Berufs- und Wirtschaftspädagogik bzw. empirischen Bildungsforschung vorgestellt und analysiert. Zum anderen werden – soweit vorhanden – Projektideen der Teilnehmenden diskutiert.
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Weitere Informationen und Anmeldung für Angehörige der Uni Graz: Studierende und Bedienstete der Uni Graz - Grazer Methodenkompetenzzentrum (uni-graz.at)
Weitere Informationen und Anmeldung für externe Interessierte:Externe Personen - Grazer Methodenkompetenzzentrum (uni-graz.at)
Liebe Grüße, das Grazer Methodenkompetenzzentrum (GMZ)